Die 3 Säulen der männlichen Königsdisziplin
oder wie du aufhörst, dich aufzuopfern, bis du kaputt gehst!
Von Moritz Ertinger – The New Man – und Farid El-Nomany
Lieber Mann,
auch ich, Moritz, hatte viele Jahre wirklich keine Ahnung, wie wichtig diese drei Säulen der
männlichen Königsdisziplin sind.
Ich habe es nie beigebracht bekommen und hatte gleichzeitig nur Vorbilder, die mir das negativ vorgelebt haben:
Wie ich wirklich gut für mich selber sorge, meine Bedürfnisse klar erspüre, wahrnehme und dann dafür einstehe, wurde mir nie vorgelebt.
Ich habe mich für alle aufgeopfert, bis ich unbewusst dachte: Jetzt habe ich es verdient. Jetzt darf ich endlich ein gutes Leben führen.
Fast bin ich daran kaputt gegangen … denn es ging immer erst einmal um alle anderen, bis alle anderen voll waren – voller Energie, voller Kraft, sich gut gefühlt haben.
Doch ich war innerlich leer.
Diese innere Leere kam nicht plötzlich. Sie war leise, schleichend, alltäglich.
Ich sehe heute noch das Bild von meinem Vater am Küchentisch:
gesenkter Blick, leere Augen und in sich zusammenfallend …
ich war auf dem besten Weg, es ihm gleich zu tun …!
Ich habe alles gegeben für die anderen, und doch bin am Ende ich oftmals auf der Strecke geblieben.
Denn männliche Selbstfürsorge hatte ich nie gelernt.
Ich wollte, dass die anderen meine Bedürfnisse erfüllen, meine Erwartungen übernehmen und die Verantwortung übernehmen, bis ich selbst fast kaputt gegangen bin.
Ich wollte nicht mehr dieses Scheißleben führen.
Doch am Ende durfte ich feststellen, und das war eine wichtige und die einzig mögliche Erkenntnis:
Es liegt an mir, dass ich diese erste Säule – meine männliche Selbstfürsorge, meine Selbstliebe –selber in die Hand nehmen muss!
Reflexionsfragen:
Obwohl du dir Zeit für dich nehmen möchtest … wie oft brichst du immer wieder dein eigenes Commitment dafür?
Wie wichtig nimmst du dich selbst und deine Bedürfnisse?
Warum viele Männer erst handeln, wenn es brennt – DU machst es anders, Mann!
Viele Männer bleiben genau hier stehen.
Sie funktionieren weiter, halten aus, bleiben stark – und reagieren erst dann, wenn die Scheiße am Dampfen ist.
Wenn der Körper streikt.
Wenn die Beziehung kippt.
Wenn innere Spannung zu Erschöpfung wird.
Doch dann ist der Weg oft länger, als er hätte sein müssen.
Du darfst ein gutes Leben haben.
Du darfst ganz Mann sein.
Du darfst ein geiles Leben führen.
Du bist nicht hier, um kaputtzugehen, sondern um ein Leben zu haben, das du wirklich verdient hast zu leben: kompromisslos.
Und das beginnt nicht am Ende eines Zusammenbruchs, sondern bei deiner Haltung gegenüber deinem Leben.
Dann, wenn du spürst, dass etwas sich in eine Richtung bewegt, die gar nicht deine ist – nicht erst, wenn alles lichterloh brennt.
Würde statt Ego – Farids Weg und die Erkenntnis:
Du hast die Macht, das größte Vorbild zu sein!
An diesem Punkt berührt meine Geschichte die von Farid:
Wenn ich heute auf mein Leben schaue, dann sehe ich vieles, wofür ich zutiefst dankbar bin:
Ich bin beruflich erfolgreich unterwegs – als Unternehmer, Aufsichtsrat und Top-Management-Coach.
Ich bin seit 23 Jahren verheiratet (überwiegend glücklich 😉 ).
Ich bin Vater von drei starken Jungs, auf die ich stolz bin.
Ich habe einen lebendigen Freundeskreis, echte Beziehungen, Substanz im Leben.
In vielen Bereichen bin ich heute tatsächlich der Mann, der ich immer sein wollte.
Und ja – das sage ich mit Stolz.
Nicht aus Ego.
Sondern aus Würde.
Weil ich weiß, wie viel Tränen, Zweifel, Scheitern und innere Arbeit mich das gekostet hat!
Denn leicht war dieser Weg sicher nicht:
Ich bin ohne Vater groß geworden.
Lange fehlte mir ein gesundes inneres Bild davon, was Mannsein eigentlich bedeutet …
Also habe ich – wie viele von uns – erst einmal funktioniert.
Stark sein. Durchhalten. Leisten. Keine Schwäche zeigen.
Von außen erfolgreich.
Innen oft leer.
Erst durch echte Männerarbeit habe ich verstanden:
Es geht nicht darum, tougher zu werden.
Sondern ehrlicher & wahrhafter!
Nicht mehr leisten.
Sondern mehr bei mir ankommen.
Wer soll es in die Hand nehmen: unsere Väter, unsere Kinder?!
Nur du kannst es!
Diese beiden Geschichten stehen nicht für sich.
Sie sind eingebettet in etwas Größeres.
Denn wie oft hören wir es gerade überall:
Wir brauchen wieder richtige Männer.
Wir brauchen wieder wahre Männer.
Doch die ehrliche Frage ist nicht:
Wo sind diese Männer, die wir einmal hatten?
Die ehrliche Frage ist eine andere:
Gab es dieses Bild von „wahren Männern, die wir einmal hatten überhaupt“, nach dem heute so viele rufen, überhaupt jemals?
Im deutschsprachigen Raum blicken wir auf über hundert Jahre Geschichte zurück, in denen Männer vor allem eines mussten:
verrecken, funktionieren und vereinsamen.
Unsere Väter und Großväter – viele von ihnen geprägt vom Krieg, innerlich zerstört, verschlossen, emotional abgeschnitten und mit einem verschlossenen Herz.
Diese Männer haben ihren Dienst geleistet.
Dafür gebührt ihnen Respekt.
Doch es ist nicht die Zeit, dieses Männerbild wiederzubeleben und weiter voranzutreiben.
Die tägliche Entscheidung – oder wie lange bleibst du der Spielball des Kollektivs!
Was es heute braucht, sind Männer, die früher losgehen.
Nicht erst dann, wenn alles brennt.
Sondern dann, wenn sie spüren, dass etwas nicht stimmt.
Männer, die sich bewusst in Männerräume begeben.
Nicht für ein kurzes Halt.
Sondern für konstantes, nachhaltiges Wachstum mit Weitsicht.
Wir brauchen neue Männer – Männer, die sich jeden Tag entscheiden, sich nicht mehr der Sedierung durch Pornos, Medien und Alkohol hinzugeben …
du entscheidest dich jeden Tag neu: mit Haltung und Respekt dir gegenüber!
Denn diese Männer brauchen wir heute: jetzt, heute, sofort!
Die schwerste Säule – oder das geilste Wachstumsfeld!
Hier zeigt sich alles, wer die Männer sind: in der Partnerschaft.
Die zweite Säule, in die wir dich hineinnehmen möchten, lieber Mann, ist eine, in der auch Männer aktuell oftmals absolut versagen – nämlich in der Partnerschaft zu Frauen.
Sie werden unruhig, unsicher und haben oft die Anziehung zu ihrer Partnerin verloren, weil sie nicht wissen, wie die Spannung aufrechterhalten wird und aus dieser Spannung wahre Nähe kreiert wird!
Die Essenz ist: sie zu halten.
Wirklich da zu sein.
Nicht reagieren, sondern wahrnehmen und spüren.
Gerade dann, wenn es ruhig wird und du ihr kognitiv etwas hineinplappern möchtest, gilt es … mal den Mund zu halten und zu spüren, was es gerade wirklich braucht und was sie ausstrahlt.
Ist es eine Umarmung, bewusster Abstand, klare Handlung oder dass du sie nimmst?
Das kannst du nur erspüren und fühlen!
Und auf der anderen Seite bist du eben auch nicht ihr emotionaler Mülleimer – nicht ihr Vater!
Wenn es unfair wird oder reicht, wenn sie dich aus dem kleinen Mädchen heraus schamlos angreift, dann musst du Grenzen setzen – nicht aus Frust und nicht aus Wut heraus, sondern geerdet, klar aus dem Herzen.
Auch genau dies erzeugt Anziehung, Spannung und öffnet die Räume, in denen ihr tiefe Verbundenheit, sexuelle Ekstase und Nähe erlebt.
Reflexionsfragen:
Wo wirst du immer wieder verunsichert, wenn du mit deiner Frau zusammen bist?
Wo wirst du immer noch needy und möchtest, dass Mutti dich rettet?
Manchmal musst du dein Leben radikal umbrechen, um eine neue Wirklichkeit zu kreieren.
Die dritte Säule, die für uns Männer ebenso wichtig ist, ist das Thema Mission, Business und die Frage:
Wo geht es für dich als Mann wirklich hin?
Eine Umbruchsphase bedeutet immer auch Loslassen.
Werde dir klar, was du im Leben wirklich möchtest.
Denn du brauchst etwas, das dich wirklich erfüllt, natürlich antreibt und wirklich Freude bereitet.
Du hast schon genug erduldet!
Jetzt, wenn überall Krisen sind und das Außen tobt, bist du der Mann, der genau die Chancen ergreift.
Der Dinge möglich macht, die gerade keiner für möglich hält!
Reflexionsfragen:
Wofür bist du hier, Mann?
Was sind deine wahren Leidenschaften?
Was behindert dich noch, deine Möglichkeiten voll auszuschöpfen?
All das bleibt jedoch abstrakt, wenn der Körper außen vor bleibt.
Männliches Wachstum braucht Verkörperung.
Herausforderung.
Grenzerfahrung.
Erst wenn du an deine Grenzen gehst, kannst du wirklich loslassen.
Und dann beginnt ein Weg, der dich unaufhaltsam macht: nicht irgendwann – JETZT!
Nimm dich wichtig.
Du wirst gebraucht.
Herzlich
Dein Moritz und Farid
